Seminars „Kraft aus den Wurzeln -2011
September 2011, von: Monika und Franz Hanika, Burghaun
46
Teilnehmer und Teilnehmerinnen
des Seminars „Kraft aus
den Wurzeln - Síla kořenů"
genossen am 12. August 2011
wohlwollende Gastfreundschaft in der „Villa Klinger"
Nach intensiven Vorbereitungszeit fand vom 11.-14.August 2011 in Hejnice - Haindorf, am Fuße des Isergebirges, seit 2006 im Internationalen Zentrum für geistliche Erneuerung zum sechsten Mal in der Folge das Jahresseminar des Deutsch-Tschechischen Arbeitskreises für Geschichte und Gegenwart in Familienperspektive statt. 26 Teilnehmende kamen aus der Tschechischen Republik - (davon 7 Personen mit deutscher Identität / zweisprachig) 20 Teilnehmende waren aus der Bundesrepublik Deutschland angereist. Das Anliegen des Arbeitskreises: nicht nur „ Kraft aus den Wurzeln" zu schöpfen, sondern vor allem gemeinsam aus der Vergangenheit zu lernen.
Das Thema des diesjährigen Treffens lautete „Im Fluss der Veränderung".
Nach intensiven und kreativen Kennenlernen am ersten Abend und zusätzlichen Gesprächen in sechs aufgeteilten Kleingruppen und einem Abschlussplenum in der Aula des Internationalen Zentrums der geistlichen Erneuerung (MCDO) konnte der nächste Tag in der „Villa Klinger" in Nové Město - Neustadt a.d.Tafelfichte voller Erwartung fortgesetzt werden.
Peter M. Wöllner, Direktor der CiS ELECTRONIC GmbH stellte der großen Gruppe, wie in vorausgegangenen vier Jahren, mit wohlwollender Gastfreundschaft sein Haus für die Seminararbeit - trotz seiner Abwesenheit - wieder vertrauensvoll zu Verfügung. Die Gruppe wurde von Frau Mgr. Jitka Pikešová mit einer herzlichen Begrüßung in Empfang genommen und entsprechend fürsorglich durch den Tag begleitet. In den Pausen ließen sich die Teilnehmenden nach ernsten Themen natürlich gerne von dem sympathischen jungen Koch Radek Grunzl und dessen Team mit kulinarischen Kostbarkeiten verwöhnen und genossen nicht nur das gute Essen, sondern für nötige Besinnungszeiten und Bewegungsübungen den wunderschönen Park.
Vladimír Gerlich aus Prag und Gerhart Streicher aus Jena hielten am Vormittag im großen Spiegelsaal im Wechsel einen aufeinander abgestimmten tschechisch-deutschen Vortrag über Zusammengehörigkeit und Identität: „Im Fluss der Veränderung".
Diese und alle anderen Beiträge wurden grundsätzlich von teilnehmenden Dolmetschern (im Wechsel) nicht simultan sondern konsekutiv übersetzt. Dadurch war es den Teilnehmenden möglich dem Gesagten intensiver zu folgen und zeigten großes Interesse am geschichtlichem Hintergrundwissen.
Zum ersten Vortrag sollen hier von Vladimir Gerlich (Prag) einige seiner persönlichen Gedanken wiedergegeben werden:
„Der Mensch ist ein Wesen, welches sich nicht wiederholt. Genauso wie eine Schneeflocke.
Sehr stark sind wir aber mit anderen verflochten. Zu Beginn unserer Lebenszeit können wir ohne die Pflege der Anderen nicht überleben, können nicht sprechen lernen.
Wir entwickelten uns nicht. In der tiefen Vergangenheit (Kosmos und Evolution) haben wir gemeinsame Wurzeln auch mit allen lebendigen Wesen. Das Ziel unserer Entwicklung ist zu einem freien reifen Individuum zu werden, dass sich bewusst ist mit Allem und Allen im gesamten Weltall verwoben zu sein. Unsere eigene Persönlichkeit ist vielfältig von außen geprägt, viel ist im Unbewussten verborgen. Kennen wir uns wirklich? Ich kann nur mich ändern nie den Anderen. Immer wieder sind Abschiede und Veränderungen nötig und unabänderlich. Die Beziehung zwischen den Völkern enden letztlich in einzelnen Beziehungen.
Jeder hat alles in sich Gutes und Böses, es geht durch unsere Mitte hindurch -
Das gilt auch für die unterschiedlichen Volksgemeinschaften."
Im zweitem Teil des Vortrages stellte Gerhard Streicher (Jena) in einer sehr eindrucksvollen Pover Point Präsentation die wechselhafte Geschichte der Tschechen und Deutschen vor.
Vielfältige politische, religiöse, kulturelle, soziale Veränderungen und unterschiedliche Sprachen im Laufe der Geschichte, prägten die Region. Psychologische, philosophische, physische, und politische Aspekte wurden während des Vortrags bedacht. Unterschiede in Zukunft sollten jedoch kein Grund sein für Gewalt, Unterdrückung, Abwertung, Verfolgung und Vertreibung.
Diese und alle anderen Beiträge wurden grundsätzlich von teilnehmenden Dolmetschern (im Wechsel) nicht simultan sondern konsekutiv übersetzt. Dadurch war es den Teilnehmenden möglich dem Gesagten intensiver zu folgen. Alle zeigten großes Interesse am geschichtlichem Hintergrundwissen. In festen Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmenden an diesem Tag immer wieder zu den Anregungen aus den Vorträgen aus. Es kam schnell eine rege und gesammelte Gesprächsatmosphäre auf. Die Moderatoren achteten darauf, dass jeder Beitrag auf passende Weise gewürdigt wurde. So kam vorwiegend eine differenzierte, konstruktive Arbeitsweise zustande. Kontroversen konnten durch vertiefte Betrachtung aufgelöst werden.
Nach anspruchsvollen Themen und einem köstlichem Abendessen war bei Alt und Jung die Lust groß zu singen. Charakteristisch für eine gelöste und herzliche Stimmung wurde dies am Ende eines erlebnisreichen Tages in beiden Sprachen in der „Villa Klinger" auf der „Treppe nach oben" zur Klavierbegleitung einer teilnehmenden Pragerin spontan umgesetzt.
Für eine angemessene Zeit wurden nicht nur zu Beginn eines jeden Tages, oder im Verlauf eines solchen, Qi-Gong Übungen angeboten, sondern meditative Betrachtungen und verschiedene Symbolhandlungen ergänzten zusätzlich das Programmangebot. Zum Beispiel konnten am Vormittag des dritten Tages in zwei verschiedenen Gruppen szenische thematische Aufstellungen erlebt werden. Einzelne Teilnehmern wurde auf Wunsch die Möglichkeit geboten, mit therapeutischer Hilfe ihre eigene Geschichte während einer Familienaufstellungen zu betrachten.
Die zweite Gruppe ging mit einer geführten Systemaufstellung gemeinsam den Weg aus der Vergangenheit in die Gegenwart und mit positiven Gedanken in die Zukunft:
· JA zur Vergangenheit - anerkennen was war
· JA zum Jetzt - anerkennen, was ist ist - annehmen der lebensschaffenden Kräfte
· Ja zur Zukunft - in der Bewegung das Ziel im Blick behalten ....
Beide lösungsorientierten Arbeitsweisen wurden von den Teilnehmenden als sehr eindrucksvoll und hilfreich empfunden. Seelische Bewegungen sprangen von Mensch zu Mensch über.
Die Begegnung mit der ehemaligen tschechischen Bürgermeisterin von Böhmisch-Weigsdorf (heute: Vyšňová) Marie Matušková und ihrer Nachfolgerin Vladimira Rebanová, sowie der örtlichen Chronistin auf dem gepflegten Friedhof - am Nachmittag des dritten Seminartages - hat sicherlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Hier wurde deutlich, dass die Bevölkerung dieses Ortes eine Veränderung im Umgang mit Geschichte lebt. Während eines Interviews mit den Bürgermeisterinnen im Gemeindehaus wurde eine sensible Teilnehmergruppe wahrgenommen, die das konkrete Leben der Menschen am Ort kennen lernen wollte.
Unverzichtbare und ortskundige „Wegbegleiter" waren hier wieder Horst Moudry und Fritz Preiser, verbliebene Deutsche aus Friedland und Neustadt.
Die kleine Wanderung zu den sagenumwobenen mächtigen Steinblöcken, den „Heidensteinen" in Weigsdorf und der musikalisch-kulturelle Abend in Raspenau mit dem beliebten tschechischen Musiker Jaroslav Kubát verknüpfte den Inhalt des Seminars zusätzlich mit der Schönheit der Natur und der Begegnung mit deutschen und tschechischen Volksliedern und Tänzen.
Den Abschluss der vier gemeinsamen Tage bildete ein anschaulicher Vortrag über „Nützliches zur Familienforschung" / Genogrammarbeit. Gerhart Streicher verdeutlichte wie verschiedene Konfliktlösungserfahrungen aus den Herkunftsfamilien das erwachsene, berufliche und auch politische Konfliktverhalten beeinflusst und auf welche Weise es durch eine Auseinandersetzung mit den Vorfahren die menschliche Reifung fördern kann. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigten Dankbarkeit für die Anregungen, sich selbst, die Eltern und Vorfahren, ihr Verhalten in den Konflikten der Vergangenheit und unser eigenes Verhalten in den Konflikten von Heute zu verstehen und zu verändern.
Die gesamte Gruppe war bis zum Ende des Seminars hoch motiviert, weiterhin ihr Bestes für die gemeinsame Zukunft von Deutschen und Tschechen zu geben. Bereichernd war vor allem, dass neben der Generation, die den Krieg erlebt und erfahren hat, auch die Generation der Kinder und Enkel vertreten war. So wurden alle Gespräche aus der Sicht verschiedenen Generationen reflektiert und besprochen. Durch den intensiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch entwickelte sich zwischen Älteren und Jüngeren eine dichte menschlich-emotionale Ebene, bei der sich im Verlauf der gemeinsamen Zeit Ängste und Vorurteile mehr und mehr verringerten. Es wurde erkannt, dass gegenseitige Verletzungen aus der Vergangenheit in ein respektvolles und tolerantes Miteinander umgewandelt werden können.
Für Fortsetzung dieser nicht alltäglichen Seminararbeit, fühlen sich auch für das kommende Jahr PhDr.Jaroslav Šturma aus Prag gemeinsam mit Gerhart Streicher aus Jena verantwortlich. Außerdem weitere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des deutsch-tschechischen Arbeitskreises.
Das 7.Seminar ist vom 26.- 29.07. in Hejnice-Haindorf geplant.
Danke allen Förderern für die maßgebliche finanzielle und ideele Unterstützung 2011:
- dem deutsch-tschechischen Zukunftsfonds
- dem Hessisches Ministerium für politische Bildung
- dem Adalbert-Stifter Verein
- Peter M. Wöllner und seiner Ehefrau Doris / CiS ELECTRONIC GmbH - Lobelich s.r.o.
- den deutschen und tschechischen Sponsoren, die namentlich nicht genannt werden möchten
- der Stadt Hejnice und seinem Bürgermeister J.Horák, Schirmherr der Veranstaltung
- den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Arbeitskreises
- den Referenten und Dolmetschern
- und allen, die durch ihre Teilnahme dieses Seminar ermöglichten
Seminar Kraft aus Wurzeln Juli 2010
Auch 2010 fand das traditionelle Freundschafts-Seminar „Kraft aus Wurzel" in Neustadt an der Tafelfichte in Tschechien statt. Am 9. Juli trafen sich die Teilnehmer in der Villa Klinger, wo sie in harmonischer Atmosphäre sehr persönliche Erlebnisse aus schlimmen Zeiten besprechen konnten. Die Firma CiS SYSTEMS s.r.o., vertreten durch den Geschäftsführer Peter M. Wöllner war wieder Gastgeber und unterstützte das Seminar mit den Tagungsmöglichkeiten im Spiegelsaal und verköstigte die Teilnehmer bei bestem Sommerwetter mit einem feinen BBQ im Park der Villa.Kraft aus Wurzeln
Bei jungen Tschechen und sudetendeutschen Nachkommen wächst das Interesse an der geschichtlichen Vergangenheit !
Es freut mich sehr, heute über das nun mehr vierte deutsch – tschechische Seminar Bericht erstatten zu können. Vor allem, da es mir als Heimatortbetreuerin von Haindorf, Weißbach und Ferdinandstal mit der Unterstützung meines Mannes Franz gelungen ist, dass dies wieder im bekannten Wallfahrtsort Haindorf - Hejnice, im Isergebirge unterm Nußstein stattfinden konnte. Dadurch konnten 45 Teilnehmerinnen deutscher und tschechischer Muttersprache für einige Tage ein ganz klein wenig die Schönheit dieser einmaligen Landschaft und den „böhmischen Wind“ genießen.

Gruppenfoto
Dank der herzlichen Gastfreundschaft von Herrn Peter M. Wöllner, dem Inhaber der CiS Electronic GmbH, konnte der gesamte zweite Tag in Neustadts (Nové Mesto p.smk) historischer „Villa Klinger“ mit allen Teilnehmern verbracht werden. (Foto 2: Villa Klinger)

Villa Klinger
Die ruhige und wohltuende Atmosphäre des Haindorfer Klosters, das nun als „Internationales Zentrum der geistlichen Erneuerung“ über die Grenzen bekannt ist, trug außerdem während der vier Seminartage maßgeblich dazu bei, dem größeren Ganzen einer menschlichen Gesellschaft zu dienen.
Die Nachfrage zur Teilnahme wächst stetig! Acht Personen sind nun schon von Anfang an dabei, acht das dritte Mal, 28 kamen heuer zum ersten Mal, davon 11 Personen aus der gesamten Tschechischen Republik. Ein Teil derer sind deutsche Verbliebene, die als Kinder 1945 mit ihren Müttern in Internierungslagern viele dramatische Erlebnisse hatten und später in der Schule Hass und Diskriminierung bewältigen mussten.
Erfreut wurde von sudetendeutscher Seite festgestellt, dass jetzt bei den jungen Tschechen das Interesse an der geschichtlichen Vergangenheit wächst. Sie sind bereit Wege zur Aufarbeitung und Bewältigung zu suchen. Erstmalig hatte sich in diesem Jahr eine 35-jährige Lehrerin aus Pardubice angemeldet. Sie unterrichtet Schülerinnen zwischen 13 und 15 Jahren in Deutsch und hat sich bereit erklärt, im kommenden Jahr im Arbeitskreis mitzuarbeiten. Ihr Großvater wurde 1948 als sogenannter “Kapitalist“ enteignet, weil er eine große Pferdezucht hatte. Er litt besonders unter dem Verlust seiner Tiere. Somit konnte sie sich auch in diejenigen Menschen hineinversetzen, die die geliebte Heimat gewaltsam verlassen mussten und außerdem der sozialen Sicherheit beraubt wurden. Ferner beteiligte sich mit großem Engagement und als hervorragende Dolmetscherin eine 30jährige tschechische Germanistik-Studentin aus Olomouc-Olmütz. Sie hat von ihrer Großmutter schon Mancherlei vom Unrecht der Vertreibung erzählt bekommen. Ihr deutscher Freund (aus Bayern stammend), der mit ihr an der selben Universität Geschichte studiert, konnte schließlich mit großem Interesse mehr von dem ein oder anderen Zeitzeugen in Erfahrung bringen. Seine Großeltern stammen aus Ostpreußen. Erschütterndes erfuhr man über das Schicksal eines 40 jährigen Tschechen aus Joleminice, der nach seiner Geburt adoptiert und erst mit 15 Jahren davon in Kenntnis gesetzt wurde und nun verzweifelt nach seinen (eventuell deutschen) Wurzeln sucht.
Er war schon im vergangenen Jahr dabei.
Haindorfs 52-jähriger Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung, Jirí Horák, setzte mit seiner aufgeschlossenen und einfühlsamen Art wieder hoffnungsvolle Zeichen für die weitere Aufarbeitung der schicksalhaften Vergangenheit und für das Gestalten einer positiven Zukunft.

Burgermeister
Durchweg begleiteten deutsche und tschechische Familientherapeuten den fortlaufenden Beziehungsprozess, in dem tief verwurzelte Bilder „vom Anderen“ einbezogen wurden.
Dadurch kam schließlich auch der Vorsitzende der Roma, Karel Holomek aus Brünn während eines Interviews mit Gerhart Streicher in der Villa Klinger zu Wort. Auf unsere Einladung hin, gesellte er sich für mehrere Stunden zu uns.

Holomek
Zum besseren Verständnis über die vielfältigen negativen Auswirkungen erlebter Traumata während Kriegs- und Nachkriegszeit trug in der Villa Klinger zu Beginn der hervorragende Vortrag „Wunden der Vergangenheit heilen“ bei, der von der Sozialpädagogin und Lebensberaterin Eva Christ aus Gotha gehalten und simultan von PhDr.Jaroslav Šturma und Gerhart Streicher übersetzt wurde.

Trauma-Vortrag
Zeit und Raum wurde für jeden geschaffen, der sein erlebtes Leid zeigen wollte, ja zeigen musste, um es nach und nach bewältigen zu können. Die Menschen würden sonst im Laufe ihres Lebens – oder bis zu ihrem Tode – vielleicht in ihren ungeweinten Tränen ertrinken.
Allen Teilnehmenden wurde von Donnerstagabend bis Sonntagnachmittag ausreichend Gelegenheit gegeben, ihre unterschiedlichsten Anliegen, vor allem in Kleingruppen, zur Sprache zu bringen.
Aus der „Kriegskinder“- Generation beider Nationen trat hierbei an erster Stelle der Wunsch in den Fordergrund, die während der Kriegs- und Nachkriegszeit erlebten Traumata ein wenig zu lindern. Das bedeutet nicht nur das eigene Sich-ausgeliefert-fühlen besser zu verstehen und immer wieder auftretende Ängste zu überwinden, sondern auch gegenseitige Vorurteile abzubauen.
Trauer und viele nicht geweinte Tränen konnten endlich zugelassen werden.
Vertrauensübungen, Gruppenrituale und Aufstellungsbeispiele sorgten nicht nur an diesem Tag, sondern über die gesamte Seminarzeit neben Entspannungs- und Meditationsübungen für seelisches und auch körperliches Gleichgewicht. Ebenso für einen verantwortungsvollen und würdigen Umgang untereinander.
Erwähnt sei, dass es Gerhart Streicher gelungen ist, Herrn Miroslav Jech (71 Jahre) aus dem Haindorfer Lerchenfeld für den Samstagvormittag in unsere Runde zu bitten. Dadurch bekamen alle Teilnehmer einen kleinen Einblick in die schmerzlichen Erlebnisse seines Vater, der als Gefangener in verschiedenen deutschen NS-Konzentrationslagern schlimmes an Leib und Seele ertragen musste. Dennoch besaß er später die Größe, Versöhnung mit „den Deutschen“ leben zu können.
Für ihn gab es keine Kollektivschuld. Wie sonst könnte sein Sohn Miroslav heute die deutsche Geschichte Haindorfs so engagiert und mutig mit uns zusammen wieder in den Blick der Öffentlichkeit bringen können?
Mit einem Auszug aus Josef Škrábeks deutsch-tschchischen Vortag „Ich möchte“ , gelangte das Seminar „Kraft aus Wurzeln- Síla korenu“ zu einem wirklich guten Abschluss.
Škrábek, Deutsch-Tscheche, geb. im Egerland – Schriftsteller des deutsch-tschechischen Buches „Die gestrige Angst“ konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht von Prag mit seinem Enkel anreisen.
Der neue Termin für die 5. deutsch-tschechische Begegnung
„Kraft aus den Wurzeln- Síla korenu“ - Kraft aus der gemeinschaftlichen Geschichte -, wurde für den 8.-11.Juli 2010 festgelegt,
(fünf Tage nach der deutschen Wallfahrt).
Ort der Veranstaltung: (CZ) Haindorf – Hejnice / Internationales Zentrum der geistlichen Erneuerung, Die Teilnehmerzahl ist begrenzt: auf 44 Personen - 22 / 22
Monika Hanika

Bennesch-Gedenkstein

